Gesangsunterricht

Einem Menschen zu helfen, die eigene Stimme zu finden und klingen zu lassen, ist etwas, das mich schon immer fasziniert und interessiert hat.

Seit 2019 bin ich Dozentin für Gesang an der Musikhochschule Saarbrücken, seit 2018 betreue ich Schüler in der C-Kirchenmusik-Ausbildung des Bistum Trier. Privatschüler unterrichte ich seit 15 Jahren, derzeit in Fechingen (Saarland) und am Zentrum Stimme Gesang in Saarbrücken.

Wenn Sie mehr über meinen Unterricht erfahren möchten, lesen Sie mein

Pädagogisches Konzept

Jeder Schüler ist ein Individuum

Jeder Mensch ist einzigartig. Deswegen gehe ich selbstverständlich sehr individuell auf jeden Schüler ein.

Die im Folgenden beschriebenen Ansätze sind zwar die grundsätzliche Richtung, aber wie man so schön sagt: ich hole jeden Schüler genau da ab, wo er steht, und dann gehen wir den weiteren Weg gemeinsam.

Und zwar in einem zum jeweiligen Schüler passenden Tempo.

1. Gesangstechnik

Natürliches Singen

Ich möchte keine starre Technik nehmen und einen Schüler „hineinzwängen“. Jeder Schüler entdeckt Schritt für Schritt, wie er selbst mit seinem Körper am besten und am natürlichsten singen kann.

Ich lenke von außen durch gezielte Übungen und gebe Hinweise, was man tun oder im Körper spüren kann. Dann gebe ich Rückmeldung, inwiefern der Schüler sich in die richtige Richtung bewegt oder das Ziel erreicht hat*.

Den Weg müssen die Schüler aber mit ihrem eigenen Körper selbst finden. Dadurch ist diese Art des Singens sehr natürlich.

*Kriterien sind zum Beispiel Effizienz der Tonerzeugung, Obertonreichtum und Tragfähigkeit eines Tons, Schönheit des Klangs, Gleichmäßigkeit und Stärke des Luftstroms, klare Aussprache uvm.

Empathie und Achtsamkeit

Die oben beschriebene Art des Unterrichtens erfordert nicht nur, dass ich meine Schüler sehr genau beobachte und auch erspüre, was sie technisch machen (Empathie). Es wird auch im hohem Maße die Fähigkeit der Schüler in der Konzentration auf sich selbst und der Wahrnehmung ihres Körpers geschult (Achtsamkeit).

Körperarbeit

Zum Singen und auch zum besseren Spüren ist es wichtig, dass der Körper geschmeidig ist.

Mit Körperübungen, die teilweise inspiriert sind durch meine Erfahrung mit Tai Chi und Qi Gong, helfe ich den Schülern, körperliche Blockaden zu lösen.

Literatur und Begleitung

Von Anfang an arbeite ich immer auch mit Literatur. Gesangsübungen dienen dazu, die Stimme aufzuwärmen und spezielle Techniken zu erlernen. Aber letztendlich geht es immer um die Umsetzung in der Literatur, die von Anfang an mitgeübt wird.

Aufgrund meiner guten pianistischen Ausbildung begleite ich meine Schüler im Unterricht selbst. Zu besonderen Gegebenheiten wird ab und zu ein externer Pianist engagiert.

2. Stressfreies Lernen

Kein Druck

Ich versuche, den Schülern jeglichen Druck zu nehmen – auch den von außerhalb durch Arbeit, Studium, Leben usw.

Unter Druck kann ein Mensch nur schwer lernen, sich so zu öffnen, hinzugeben und fallen zu lassen, wie es zum Singen nötig ist.

Eine Entspannung des Schülers ermöglicht meistens schnell große Fortschritte 

Kein Perfektionismus

Dazu gehört auch, dass ich bei Schülern keine zu hohen Erwartungshaltungen unterstütze. Wir nehmen das, was da ist, bauen es langsam aus und schauen, wo wir hinkommen. Das Ziel ist nicht, etwas perfekt hinzubekommen, sondern besser als vorher.

Das gilt auch oder sogar gerade für Schüler, die Prüfungen, wichtige Vorsingen oder Konzerte haben.

Perfektionismus und eine zu hohe Erwartungshaltung erzeugen Druck und führen automatisch zu Enttäuschungen und Frustration, weil ein unerreichbares Ziel anvisiert wird.

Sich gut vorbereiten und dann so konzentriert und so gut singen, wie es an diesem Tag eben möglich ist, bringt die größten Erfolge.

Anreize schaffen

Kein Druck und kein Perfektionismus bedeutet aber nicht, dass die Schüler einfach nur vor sich hintreiben sollen. Regelmäßiges Üben und eine Beschäftigung mit den im Unterricht aufgekommenen Themen ist notwendig, um Fortschritte zu erzielen.

Es ist wichtig, Ziele zu setzen und Anreize zu schaffen. Ich veranstalte daher regelmäßig Vorsingen, in denen die Schüler, die möchten, das Gelernte vor Publikum ausprobieren können.

In Zukunft wird es auch „Singen im Ensemble“ geben, so dass die Schüler miteinander mehrstimmige Werke singen können. Teilweise werden die Stücke dabei zunächst chorisch mit mehreren Sängern pro Stimme erarbeitet, um unerfahrenen Schülern einen besseren Einstieg zu ermöglichen.

Das Ziel ist aber eine solistische Besetzung, sobald die Sänger genug Erfahrung haben, um auch alleine eine Stimme halten zu können.

3. weitere Aspekte

Freude

Was ich den Schülern u.a. vermitteln möchte, sind die Freude am Singen, am (gemeinsamen) Musizieren, am eigenen Körper und den Klängen, die sie mit ihm erzeugen können.

Persönlichkeit

Ich freue mich sehr, dass ich oft beobachten kann, wie sich die Persönlichkeit eines Schülers im Laufe der Unterrichtszeit positiv verändert.

Durch die regelmäßige intensive Beschäftigung mit sich selbst und dem eigenen Körper werden viele Schüler sensibler dafür, was ihnen gut tut und was nicht. Viele beginnen, ihr Leben in die Hand zu nehmen und eventuell Teilbereiche zu verändern. Sie werden dadurch glücklicher, ausgeglichener und selbstbewusster.

Die Entwicklung der Sprechstimme

Einerseits nutze ich im Unterricht die Sprechstimme der Schüler um einige ihnen bereits bekannte Fähigkeiten aufs Singen zu übertragen.

Andererseits trainieren wir neu gelernte Aspekte zunächst beim Sprechen.

Die Schüler lernen dabei z.B., wie man auch beim Sprechen Resonanzräume nutzt und den Körper verwendet, um ohne Anstrengung länger und lauter sprechen zu können.

Durch die detaillierte Arbeit mit Konsonanten und Vokalen im Gesangsunterricht wird die Aussprache sehr viel klarer. 

4. Und neben dem Gesang

Musiktheorie

Ich vermittle meinen Schülern im Unterricht Grundlagen im Noten lesen, Rhythmen verstehen und sonstiger Musiktheorie, sofern es gewünscht wird.

Dabei richtet sich die Intensität nach Interesse und Ausbildungsstand der Schüler

Klavier

Das Klavier ist für den Sänger eigentlich ein absolut notwendiges Begleitinstrument.

Deswegen zeige ich Schülern bei Interesse die wichtigsten Grundlagen:

Wie spielt man eine Gesangsmelodie auf dem Klavier?

Wie begleitet man einen einfachen Pop-Song mit leichten Akkorden auf dem Klavier?

Wie vereinfacht man einen komplizierten Klavier-Auszug so, dass man ihn relativ einfach spielen kann? (Für Schüler mit Erfahrung im Klavierspiel)

Das ersetzt natürlich keinen richtigen Klavierunterricht und ich empfehle jedem Sänger mit größeren Ambitionen, zumindest eine gewisse Zeit Klavierunterricht zu nehmen.

Aus Gründen der Lesbarkeit wurde im Text die männliche Form gewählt, nichtsdestoweniger beziehen sich die Angaben auf Angehörige aller Geschlechter.

Almut Panfilenko: +49 172/972 13 13 * almut.panfilenko[at]gmx.de Frontier Theme